Die Lernkartei nach Leitner: Karteikarten mit Fächern lernen
Fünf Fächer, Karten, die vorrücken, wenn du sie kannst, und zurückfallen, wenn nicht: Die Lernkartei nach Leitner ist die einfachste Form der verteilten Wiederholung. So baust du sie auf und arbeitest damit.
Das Wichtigste
- Das Leitner-System sortiert Karteikarten in mehrere Fächer: Je besser du eine Karte kannst, desto seltener wird ihr Fach wiederholt.
- Die Grundregel: Eine richtig beantwortete Karte rückt ein Fach vor, eine falsche geht zurück in Fach 1.
- Ein üblicher Plan mit fünf Fächern: täglich, alle drei Tage, wöchentlich, alle zwei Wochen, monatlich.
- Es ist verteilte Wiederholung auf Papier: Apps machen dasselbe Karte für Karte, mit automatisch berechneten Abständen.
- Study-Genie erstellt Karteikarten aus deinem eigenen Skript, plant sie mit verteilter Wiederholung und erinnert dich in der App an den Tagen, an denen Karten fällig sind.
Was ist das Leitner-System?
Das Leitner-System ist eine Methode, Karteikarten in nummerierte Fächer einzuordnen. Jede Karte beginnt in Fach 1, das du oft wiederholst. Jedes Mal, wenn du richtig antwortest, wandert die Karte ins nächste Fach, das seltener drankommt. Antwortest du falsch, geht sie zurück an den Anfang. So verbringst du deine Zeit mit dem, was du nicht kannst, und kaum noch mit dem, was du schon weißt.
Beschrieben hat es in den 1970er-Jahren Sebastian Leitner, ein deutscher Journalist und Sachbuchautor, in einem Buch darüber, wie man lernt. Der Reiz liegt darin, dass alles analog ist: Karteikarten, ein Karteikasten oder ein paar Umschläge und ein Plan. Kein Bildschirm, kein Konto. Deshalb ist die Lernkartei bis heute beim Vokabellernen und bei Definitionen weit verbreitet.
Wie baust du eine Lernkartei nach Leitner auf?
Für eine Lernkartei nach Leitner brauchst du fünf Fächer, Kästchen oder Umschläge, nummeriert von 1 bis 5. Jedes Fach bekommt einen Wiederholungsrhythmus, der länger wird. Ein üblicher Plan lautet: Fach 1 täglich, Fach 2 alle drei Tage, Fach 3 wöchentlich, Fach 4 alle zwei Wochen, Fach 5 einmal im Monat. Schreib den Plan auf einen Zettel über deinem Schreibtisch.
Diese Abstände sind kein Gesetz. Wichtig ist nur, dass sie von Fach zu Fach wachsen. Ist deine Klausur in zehn Tagen, verkürze sie. Für ein ganzes Schuljahr Vokabeln kannst du ein sechstes Fach ergänzen, das alle zwei Monate drankommt.
- Fach 1 — täglich: neue und falsch beantwortete Karten.
- Fach 2 — alle drei Tage.
- Fach 3 — wöchentlich.
- Fach 4 — alle zwei Wochen.
- Fach 5 — einmal im Monat, danach kann die Karte raus.
Wie läuft eine Lerneinheit mit der Lernkartei ab?
Eine Leitner-Einheit beginnt mit dem Blick auf den Plan: Welche Fächer sind heute dran? Bei jeder Karte liest du die Frage, antwortest laut oder schriftlich und drehst die Karte dann um. Ist die Antwort richtig und vollständig, rückt die Karte ein Fach vor. Ist sie falsch oder unsicher, geht sie zurück in Fach 1. Fächer, die heute nicht dran sind, rührst du nicht an.
Beispiel Englisch: Die Karte „to achieve“ liegt in Fach 2. Du sagst „erreichen, schaffen“, das stimmt, also wandert sie in Fach 3 und kommt erst in einer Woche wieder. Die Karte „1648: Westfälischer Friede“ liegt in Fach 3, aber du zögerst bei der Jahreszahl: Sie geht zurück in Fach 1 und kommt morgen wieder. Diese strenge Regel ist die ursprüngliche; eine sanftere Variante setzt eine falsche Karte nur ein Fach zurück.
Was hat das Leitner-System mit verteilter Wiederholung zu tun?
Das Leitner-System ist eine einfache Form der verteilten Wiederholung (Spaced Repetition). Beide beruhen auf derselben Idee: Stoff in immer längeren Abständen wiederholen, kurz bevor du ihn vergisst, statt alles am Abend vorher noch einmal zu lesen. Die Fächer sind der Zeitplan, und das Antworten vor dem Umdrehen nutzt den Testeffekt: Gerade die Anstrengung des Abrufens festigt die Erinnerung.
Der Unterschied liegt in der Genauigkeit. In der Lernkartei teilen sich alle Karten eines Fachs denselben Abstand. Lernsoftware mit verteilter Wiederholung, etwa mit dem SM-2-Algorithmus, den mehrere Apps verwenden, berechnet für jede einzelne Karte einen eigenen Abstand aus deinen bisherigen Antworten. Das Prinzip bleibt gleich, nur die Feinsteuerung wird individuell und automatisch.
Wie schreibst du gute Karten für die Lernkartei?
Eine gute Leitner-Karte stellt eine einzige Frage mit einer kurzen, überprüfbaren Antwort. „Definition Fotosynthese“ ist zu weit gefasst; „Welche zwei Produkte entstehen bei der Fotosynthese?“ ist eine gute Karte. Wenn du unsicher bist, was die Karte von dir will, kannst du nicht ehrlich entscheiden, ob deine Antwort richtig war, und das Sortieren in Fächer verliert seinen Sinn.
In Mathe oder Physik gehört die Formel mit ihrem Kontext auf die Karte, nicht nur die nackte Formel: „Kinetische Energie eines Körpers mit Masse m und Geschwindigkeit v?“ Bei Sprachen schreibst du jede Richtung auf eine eigene Karte, denn ein Wort wiederzuerkennen und es selbst zu bilden sind zwei verschiedene Fähigkeiten.
- Eine Idee pro Karte.
- Eine Antwort, die eindeutig richtig oder falsch ist.
- Ein Beispiel oder Kontext statt einer abgeschriebenen Definition.
- Beide Richtungen einer Vokabel auf zwei getrennten Karten.
Wo liegen die Grenzen der Lernkartei auf Papier?
Die Lernkartei auf Papier wird mit wachsender Kartenzahl schwerfällig. Ab einigen Hundert Karten quillt Fach 1 über, die tägliche Wiederholung dauert zu lange, und es wird schwierig, den Plan fehlerfrei einzuhalten. Jede Karte von Hand zu schreiben kostet außerdem viel Zeit, oft mehr als das Wiederholen selbst.
Mitnehmen lässt sie sich auch schlecht: Der Kasten bleibt auf dem Schreibtisch, während kurze Lernmomente oft im Bus oder zwischen zwei Stunden entstehen. Und nichts erinnert dich daran, dass ein Fach fällig ist, wenn du vergisst, auf den Plan zu schauen. Genau das automatisieren Apps.
Wie nutzt du das Leitner-Prinzip mit Study-Genie?
Study-Genie wendet das Leitner-Prinzip an, ohne dass du Fächer verwalten musst. Du lädst dein Skript hoch (PDF, Foto deiner Notizen, Folien, Aufnahme oder Text), und die App erstellt Karteikarten mit je einer Idee, die du bearbeiten, löschen oder ergänzen kannst. Eigene Karten kannst du auch selbst schreiben, sie verbrauchen kein KI-Kontingent. Die Wiederholung folgt der verteilten Wiederholung nach SM-2: Eine falsche Karte kommt bald wieder, eine gewusste rückt weiter weg.
In der App für iPhone und Android antwortest du, indem du die Karte nach links oder rechts wischst, und eine Erinnerung kann dich an Tagen benachrichtigen, an denen Karten fällig sind. Stapel lassen sich nach Anki exportieren. Jedes neue Konto kann Essential 7 Tage kostenlos und ohne Karte testen und danach für 2 € pro 28-Tage-Zyklus weiternutzen.
Fertige Karteikarten, im richtigen Moment wiederholt
Lade dein Skript hoch: Study-Genie macht daraus Karteikarten und plant sie mit verteilter Wiederholung, mit Erinnerungen in der App.
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