Methode

Mindmap zum Lernen: richtig erstellen und sinnvoll nutzen

Eine Mindmap zeigt die Struktur eines Kapitels auf einen Blick. Hier erfährst du, wie du sie von Hand erstellst, welche Fehler sie nutzlos machen und wie du dich damit abfragst.

Aktualisiert am · 8 Min. Lesezeit

Das Wichtigste

  • Eine Mindmap stellt das Thema in die Mitte und ordnet die Inhalte in Äste, damit du die Struktur eines Kapitels auf einen Blick siehst.
  • Sie hilft vor allem beim Verstehen und Ordnen: Zusammenhänge zwischen Begriffen, Gliederung einer Erörterung, Überblick vor einer Klausur.
  • Für den genauen Wortlaut reicht sie nicht: Definitionen und Formeln musst du zusätzlich mit Fragen oder Karteikarten üben.
  • Am besten lernst du mit einer Mindmap, indem du sie auf einem leeren Blatt aus dem Kopf neu zeichnest und dann mit dem Original vergleichst.
  • In Study-Genie hat jeder erstellte Lernzettel eine Mindmap-Ansicht: ein Ast pro Teil und ein Quiz, das du zu einem einzelnen Teil starten kannst.

Was ist eine Mindmap?

Eine Mindmap ist eine Skizze, die von einem zentralen Thema ausgeht und sich in Äste verzweigt. Jeder Hauptast steht für einen Teil des Kapitels, jeder Nebenast für einen genaueren Gedanken. Statt ganzer Sätze schreibst du nur Schlüsselwörter. Ziel ist, auf einer Seite zu sehen, wie die Inhalte geordnet sind und wie sie zusammenhängen. Sie ist eher ein Bild des Kapitels als eine Zusammenfassung.

Der Unterschied zu normalen Notizen liegt in der Form. Notizen liest du von oben nach unten, wie einen Text. Eine Mindmap liest du von der Mitte aus in alle Richtungen. Sie zeigt weniger Details, macht aber sichtbar, was eine Liste versteckt: welcher Begriff von welchem abhängt und wo jeder Punkt im ganzen Kapitel steht.

Wann hilft eine Mindmap wirklich beim Lernen?

Eine Mindmap hilft, wenn dein Problem die Struktur ist, nicht das Detail. Sie ist nützlich, um ein langes Kapitel wieder zu durchschauen, um Zusammenhänge zwischen mehreren Begriffen zu sehen oder um eine Erörterung oder ein Referat zu gliedern. Kurz vor einer Klausur ist sie außerdem ein guter Check, ob du keinen Teil vergessen hast.

Sie passt zu Fächern, in denen Gedanken aufeinander aufbauen: Geschichte mit Ursachen und Folgen, Biologie mit ihren Abläufen, Philosophie, Wirtschaft oder Deutsch mit ihren verknüpften Themen. Dort zählt das Verständnis, wie die Teile zusammenpassen, genauso viel wie das Wissen über jeden Teil.

Wann reicht eine Mindmap nicht aus?

Eine Mindmap reicht nicht, wenn du etwas wortgenau wiedergeben musst. Eine exakte Definition, eine Physikformel, eine Jahreszahl, Vokabeln: Ein Schlüsselwort auf einem Ast heißt nicht, dass du in der Prüfung die vollständige Fassung aufschreiben kannst. Solche Inhalte musst du aus dem Gedächtnis abrufen üben, mit Fragen oder Karteikarten.

Dazu kommt eine leisere Falle. Wer seine Mindmap anschaut, hat das Gefühl, das Kapitel zu können. Sie ist übersichtlich, bunt und vertraut, also glaubt man, alles im Griff zu haben. Das ist dieselbe Täuschung wie beim bloßen Wiederlesen. Richtig nützlich wird eine Mindmap erst, wenn du dich mit ihr abfragst.

Wie erstellst du eine Mindmap von Hand, Schritt für Schritt?

Leg ein Blatt im Querformat hin und schreib das Thema in die Mitte. Zeichne dann für jeden Teil des Kapitels einen Hauptast, meist drei bis sechs. An jeden Ast kommen Nebenäste mit kurzen Schlüsselwörtern, nie ganzen Sätzen. Zum Schluss verbindest du mit Pfeilen die Begriffe, die voneinander abhängen, auch wenn sie auf verschiedenen Ästen stehen.

Farben und kleine Zeichnungen sind freiwillig. Manchen hilft es, sich so zu merken, wo ein Gedanke steht, aber sie sollten nie mehr Zeit kosten als der Inhalt. Entscheidend ist das Sortieren: festlegen, was ein Teil ist, was ein Detail ist und was zwei Gedanken verbindet. Genau dieses Sortieren lässt dich das Kapitel verstehen.

  • Mitte — der Titel des Kapitels oder die Frage, um die es geht.
  • Hauptäste — die großen Teile, wenn möglich in der Reihenfolge des Unterrichts.
  • Nebenäste — ein oder zwei Wörter pro Gedanke: ein Name, ein Begriff, ein Datum.
  • Verbindungen — Pfeile zwischen Begriffen auf verschiedenen Ästen, die sich gegenseitig erklären.
  • Farben — eine pro Ast, wenn es dir hilft, ohne daraus ein Kunstprojekt zu machen.

Welche Fehler machen eine Mindmap nutzlos?

Der häufigste Fehler ist, ganze Sätze aus dem Heft auf die Äste zu schreiben. Die Mindmap wird zu einem schlecht geordneten Zettel, schwer lesbar, und die Struktur verschwindet. Der zweite Fehler sind so viele Äste, dass keine Ordnung mehr erkennbar ist. Der dritte kostet am meisten: einmal eine schöne Mindmap machen und sie nie zum Abfragen nutzen.

Achte auch auf die Zeit für die Gestaltung. Eine Mindmap, an der du zwei Stunden gefeilt hast, ist nicht mehr wert als eine schnelle Bleistiftskizze mit demselben Inhalt. Wenn du länger Stifte aussuchst als zu entscheiden, was wichtig ist, ist die Mindmap ein Hobby geworden und keine Lernmethode mehr.

  • Ganze Sätze statt Schlüsselwörter.
  • Mehr als sieben oder acht Hauptäste, ohne Hierarchie.
  • Keine Verbindungen zwischen den Ästen: Dann ist die Mindmap nur eine verstreute Liste.
  • Einmal erstellt, abgeheftet, nie wieder gezeichnet.

Wie lernst du mit einer Mindmap?

Um mit einer Mindmap zu lernen, deckst du sie ab und zeichnest sie auf einem leeren Blatt aus dem Kopf neu. Thema in die Mitte, dann alle Äste und Schlüsselwörter, an die du dich erinnerst. Vergleich danach mit dem Original und ergänze in einer anderen Farbe, was gefehlt hat. Was gefehlt hat, ist genau das, was du als Nächstes üben musst. Wiederhole das ein paar Tage später.

So verbindest du zwei gut belegte Erkenntnisse der Lernforschung: Sich abfragen bringt mehr als Wiederlesen, und über mehrere Tage verteiltes Lernen bringt mehr als Pauken am Vorabend. Frag dich bei jedem Schlüsselwort auch, ob du es in einem Satz erklären kannst. Wenn nicht, mach daraus eine Frage oder eine Karteikarte.

Wie hilft dir Study-Genie mit Mindmaps?

In Study-Genie hat jeder Lernzettel, der aus deinem Kurs erstellt wird, zwei Ansichten: den Lernzettel selbst und seine Mindmap. Die Mindmap folgt der Gliederung des Lernzettels: ein Ast pro Teil, mit einigen kurzen Kernpunkten. Du kannst alles auf- oder zuklappen. Tippst du auf einen Teil, springst du zu ihm im Lernzettel oder startest ein Quiz nur zu diesem Teil. Das geht im Web, auf dem Handy und auf dem iPad.

Der Lernzettel entsteht aus deinem eigenen Dokument: einem PDF, einem Foto handschriftlicher Notizen, einer Audioaufnahme, einer Word- oder PowerPoint-Datei. Er lässt sich als PDF exportieren. Im Bereich zum Selbsttest wählst du die Anzahl der Fragen, die Schwierigkeit (leicht, mittel, schwer oder steigend), die Teile und optional eine eigene Vorgabe.

Eine erstellte Mindmap ersetzt nicht die, die du selbst zeichnest, denn die Mühe des Sortierens gehört zum Lernen. Am sinnvollsten zeichnest du deine Mindmap aus dem Kopf und vergleichst sie dann mit der von Study-Genie, um vergessene Teile zu finden. Jedes neue Konto kann Essential 7 Tage kostenlos ohne Karte testen, danach 2 € pro 28-Tage-Zyklus.

Dein Lernzettel und seine Mindmap, aus deinem eigenen Kurs

Lade ein PDF, ein Foto deiner Notizen oder eine Aufnahme hoch: Study-Genie macht daraus einen Lernzettel, seine Mindmap und ein Quiz zum Teil deiner Wahl.

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Einen Lernzettel liest du von oben nach unten, er enthält Definitionen, Formeln und Details. Eine Mindmap geht von der Mitte aus und zeigt die Struktur des Kapitels mit Schlüsselwörtern. Beide ergänzen sich: die Mindmap für den Überblick, der Lernzettel für die Genauigkeit.

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